Spaziergang 13.01.2026

Veröffentlicht am 18. Januar 2026 um 17:36

Erster Spaziergang 13.01.2026 im Jahr

An diesem Tage waren wir 25 der Kälte widerstehende Spaziergängerinnen und Spaziergänger in Weilheim.

Thema: die sogenannte freie Meinungsäusserung in Deutschland.

 

Vor dem Spaziergang hörten wir, was

  • Papst Leo XIV.
  •  Ministerpräsident Daniel Günther aus Schleswig-Holstein.
  • Ministerpräsident Markus Söder aus Bayern

gemeinsam in Bezug auf Meinungsäusserung hätten:

Sie hielten eine Rede oder waren Gast bei einer Talkshow und redeten über Meinungsäusserung.

Und sie alle tun das im Jahr 2026 –
in einer Zeit, in der Meinungsfreiheit offiziell hochgehalten wird,
aber praktisch immer genauer erklärt bekommt,
wo sie bitte aufzuhören hat.

 

Nie wurde so viel über Meinungsfreiheit gesprochen.
Nie war sie zugleich so vorsichtig formuliert.

Meinungsfreiheit existiert noch –
aber sie ist betreut,
eingerahmt,
kommentiert.

Nicht verboten –
aber reguliert im Namen des Guten.

Daniel Günther 

Am 9. Januar 2026 sitzt Daniel Günther bei Markus Lanz.
Thema: Medien, Desinformation, Demokratie.

Seine Kernaussage:
Es gibt keine Zensur.
Was es gibt, sind notwendige Eingriffe,
um Demokratie und Wahrheit zu schützen.

 

Das ist neu.
Zensur heißt heute nicht mehr Verbot.

Zensur heißt:

  • Einordnung
  • Kontext
  • Label
  • Reichweitenbegrenzung

Der Bürger bleibt frei.
Er sieht nur weniger.

Nicht der Staat sagt, was falsch ist –
er hilft uns nur, es nicht mehr zu sehen.

Papst Leo XIV

Dann der Papst.
Leo XIV., Neujahrsansprache 2026.

Er sagt:

„Im Westen wird der Raum für echte Meinungsfreiheit enger.“

Und weiter:

„Eine neue Sprache entsteht – mit orwellschem Beigeschmack.“

 

Der Papst kritisiert nicht Respekt.
Er kritisiert eine Sprache,
die vorgibt zu schützen
und dabei ausschließt.

Nicht mit Gewalt.
Nicht mit Gesetzen.

Sondern mit Worten.
Wer die falschen benutzt,
verliert seine Stimme –
ohne verboten zu sein.

Markus Söder 

Und dann Markus Söder in Bamberg.
Pressekonferenz zum Ludwig-Erhard-Gipfel.

Der Skandal ist bekannt.
Die Antwort lautet:

„Vorläufig abgeschlossen.“

Ein großartiger Satz.

Er bedeutet:
Wir haben geprüft.
Wir prüfen noch.
Und wir warten auf Gutachten –
interessanterweise von den Betroffenen selbst.

 

Die Schirmherrschaft wird ausgesetzt.
Nicht beendet.
Nicht entzogen.

Transparenz wird nicht verhindert –
sie wird vertagt.

Meinungsfreiheit in dieser Version heißt:
Man darf alles sagen –
solange die juristische Abteilung Zeit hat.

Zusammenführung

Was sehen wir?

  • Günther spricht von Fürsorge
  • der Papst warnt vor Sprachmacht
  • Söder setzt auf Verzögerung

Drei Ansätze.
Ein Muster.

Nicht Verbot –
sondern Kontrolle.
Nicht Vertrauen –
sondern Steuerung.

Schluss

Und damit die zentrale Frage:

Wie viel Freiheit
traut eine Demokratie ihren Bürgern zu?

Denn wenn Meinungsfreiheit nur noch gilt,
solange sie richtig formuliert,
richtig gefiltert
und richtig vertagt ist –

dann ist sie vielleicht noch erlaubt.
Aber nicht mehr frei.

 

 

 

 

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