Spaziergang 31.03.2026

Veröffentlicht am 1. April 2026 um 18:28

Spaziergang 31.03.2026

„Ostern unter brennenden Himmeln“

An diesem Spaziergang waren wieder 23 tapfere Spaziergängerinnen und Spaziergänger auf den Straßen Weilheim unterwegs.

Vor dem Spaziergang lauschten wir folgendem satirischen Ostergedicht:

„Ostern unter brennenden Himmeln“

 

Es war Ostern, und die Welt lag schwer wie ein ungelegtes Ei im Wind. Die Hasen wanderten durchs Jahr, als suchten sie ein neues Kind von Hoffnung, das sich nicht versteckt, wenn Dunkelheit die Länder deckt.

Die Wirtschaft ächzte, stöhnte, brach, ein müder Riese, der nicht mehr wach die Zukunft hält in seinen Händen. Die Preise stiegen wie fremde Wellen, und jeder fragte: „Wohin geht ein Land, das selbst im Frühling friert?“

Da trat ein Mann aus Holz hervor, ein Schatten aus dem alten Chor der Mahner, Warner, kalten Zungen. Sein Name: Merz — doch ungesungen war die Wahrheit hinterm Blick: Ein Pinoccio, Stück für Stück.

Seine Nase wuchs im Wind, wenn er von „Eigenverantwortung“ singt. „Sparen! Kürzen! Härte zeigen!“ Doch seine Worte, hart wie Zweigen, brachen an der Osterluft wie morsches Holz im Frühlingsduft.

Fern im Osten, fern im Westen brannten Städte, starben Feste. Die Ukraine, müde, wund, lag wie ein Nest am Abgrund. Und jedes Ei, das dort zerbricht, erzählt von Leben ohne Licht.

Im Süden, wo die Oliven stehen, hörte man Palästina wehen wie ein Lied aus tausend Jahren, zerrissen zwischen alten Narben. Ein Land, das schreit und dennoch schweigt, weil jede Stimme Wunden zeigt.

Und weiter östlich, kaum zu fassen, ließ der Iran die Himmel prassen mit Feuer, das den Morgen frisst und jede Hoffnung niederzischt.

Die Hasen standen still im Feld, als hätten sie die ganze Welt in ihren kleinen Pfoten liegen. „Wie soll man Ostern noch besingen, wenn selbst der Himmel nicht mehr blau, sondern ein Schlachtfeld ist — genau?“

Da hob ein alter Hase an, ein Weiser, der noch träumen kann: „Ostern ist kein Fest der Flucht, kein süßer Traum, kein Zuckertuch. Es ist ein Ruf, ein leiser Schwur, dass selbst im Krieg die Kreatur nach Frieden sucht, nach neuem Sein, nach einem Morgen ohne Pein.“

Und plötzlich, in der Stille dann, begann ein Ei zu leuchten an. Nicht laut, nicht grell, nicht triumphal — nur warm, nur still, nur minimal.

Doch dieses Licht, so klein, so zart, war stärker als die Gegenwart. Und jeder Hase wusste still: Die Welt ist krank — doch Ostern will, dass wir nicht aufhören zu sehen, dass selbst im Dunkel Wege stehen.

 

In diesem Sinne wünschen wir Euch allen ein vor allem friedliches und harmonisches Osterfest.

 

 

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